Mog Hazenoor ([info]moggo) wrote,
@ 2009-06-10 18:07:00
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Current mood:amüsiert aber Gehirnschleim

Bestimmt
"Die Hinwendung zu Natursalzen und zu Produkten wie "Ayurveda-Zaubersalz" lässt sich in der Folge als Erscheinung einer postmodernen Gesellschaft deuten, in der die Fortschrittsversprechen der Moderne ihre Strahlkraft verloren haben."

Vollkornbrot und Deine Mutter auch.
Nein jetzt mal im Ernst: Deine Mutter.




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[info]neebu
2009-06-13 10:31 pm UTC (link)
Wenn die Medizin ihre Versprechen nicht halten kann, wenden sich die Leute halt dem eher Esotherischen zu. Von Bachblüten bis Homöopathie. Und zur Not halt auch Bobby Lugano's Zaubersalz.

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[info]moggo
2009-06-14 11:05 am UTC (link)
Kann nun die Medizin oder eher die Religion ihre Versprechen nicht halten? Und ist diese allzu trendige Koketterie mit der Esoterik ein Produkt von beidem? Zu gleichen Teilen?

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[info]domanz
2009-06-14 11:27 am UTC (link)
Medizin funktioniert wunderbar im Mittelbereich der Gaußschen Glockenkurve, schlecht außerhalb, sie orientiert sich an den Standardfällen und hast du was anderes, über was noch nicht genug bekannt ist, Pech gehabt. Ich finde die Suche nach Heilmethoden die sich nicht am Standard orientieren ist sehr förderlich, nur scheint es so dass gute Ansätze fehlen und oft Humbug getrieben wird von Homöopathen und Esoterikern.

So sehr ich mich von Religion fern halte (und ja ich denke dass der moralische Trend und Religion viel gemeinsam haben ^^), aber das kannst du nicht über einen Kamm scheren. Das Christentum verspricht dir Himmel und Hölle, und ist somit nichts weiter als ein Ersatz für ein oft fehlendes Gewissen, das brauchen viele nicht.
Jedoch, obwohl mir klar ist dass es nicht so sein muss, hilft mir der Glaube an die Widergeburt oder an einen Sinn im Leben keine Angst vor Leben und Sterben zu haben. Es ist eh wurst was ich glaube, nach dem Tod wird mir die Rechnung präsentiert, aber warum nicht das glauben was mit gut tut? Es gibt keine rationalistische Sicht über das Was nach dem Tod, weil das ein System ist in dem wir uns gerade nicht befinden, darüber können wir darüber sowieso keine Aussagen machen. Ich denke wandelnde Seelen die Leben für Leben dazulernen macht mehr Sinn als Essen, Schlafen, Vermehren, Abkacken. Wer an DAS glauben möchte OK, aber mein Glaube ist ebenso zu akzeptieren.

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[info]moggo
2009-06-14 12:22 pm UTC (link)
Fühl dir nicht auf den Schlips getreten nur weil ich das Reizwort Religion fallengelassen habe, ich hindere dich schon nicht daran an was auch immer zu glauben was immer du auch für richtig hältst. Ich habe nichtmal die Möglichkeit dazu. Ich frage welcher Natur die - durchaus weltliche - Esoterikschwemme ist.

Wenn ich dich provozieren wollte, würde ich fragen ob sie ein degenerierter Verwandter der Religion ist der bis vor relativ kurzem im Keller eingesperrt war oder gleichwertig ist und damit die etablierten Religionen als institutionalisierte Scharlatanei entlarvt. Tu ich aber nicht ;)

Aber du kannst mir vielleicht beantworten ob du das "rationalistische" Leben tatsächlich auf Essen, Schlafen, Vermehren, Abkacken reduziert siehst. Ich finde die Vorstellung dass sich im Reigen der Atome etwas aus dem Nichts entwickelt hat und wir als Teil dieses Etwas' nun über die Natur dieses Etwas' diskutieren so raffiniert dass sie sich vor keinem Schöpfungsmythos zu verstecken braucht.

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[info]domanz
2009-06-14 01:00 pm UTC (link)
Ich fühl mich nicht von dir auf den Schlips getreten, hab aber mal stellvertretend alle Menschen hergenommen für die Wissenschaft die alles erklärende Religion ist und die alles andere strikt ablehnen und bekämpfen.

Mit deiner Frage kannst du mich nicht provozieren, wie schon oben gesagt reduziere ich Religionen nicht auf die paar institutionalisierten die es gibt, gleichzeitig tu ich mir schwer zu definieren was für mich Religion ist... vielleicht ist für mich Religion das Lineal mit dem man die Welt vermessen und verstehen möchte. Deswegen gilt für mich Wissenschaft auch als Religion, es ist nichts als ein empirischer Glaubenssatz. Ist ja auch nichts schlechtes, die Wissenschaft kann viel erklären.

Naja mit meiner Reduzierung hab ich übertrieben, ich weigere mich nur strikt die Menschheit in die Reihe aller anderen Säugetiere einzugliedern die nur Leben um ihre Triebe zu befriedigen und ihre Art zu erhalten, obwohl das, wenn ich Pech habe, genau der Fall ist. Damn. -.- Aber du hast Recht, die menschliche Art zu kommunizieren und die Fähigkeit sich seiner Selbst bewusst zu sein macht das Leben abseits von Sinn und Unsinn recht lebenswert. Und Hedonismus, ich merke dass es mich gar nicht so arg stören würde wenn Hedonismus mein Lebensinhalt wäre.

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[info]moggo
2009-06-14 03:30 pm UTC (link)
Da bin ich anderer Ansicht. Der Unterschied ist für mich weniger, dass, weil dank der Subjektivität alles Wissen Glauben ist, die Wissenschaft einen empirischen Glaubensgrundsatz hat, sondern welche Funktionen sie innerhalb der Menschheit haben. Wissenschaft beschreibt die Welt, Religion interpretiert sie. Die Menschheit hat Bedürfnis nach beidem. Und solange alle Schuster bei ihren Leisten bleiben kommen sie sich die beiden Bereiche auch nicht in die Quere. Leider Gottes bleiben sie das meistens nicht. Ich bin nun der Meinung, dass, nachdem immer mehr interpretative Aufgaben durch die Philosophie übernommen werden, die Religion einen hoffnungslos veralteteten, vereinfachenden Ansatz darstellt und der Esoterikboom ein Tumor an ihrem Herzen ist an dessen Größe sich erahnen lässt wie schlecht es um die Religion wirklich steht. Aber damit bekenne ich mich zu der "modernen" Idee eines Fortschritts und Biorama sagt dass das in der Postmoderne uncool ist ;)

Und wie sind wir in so kurzer Zeit von Salz zu Philosophie gekommen?

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[info]domanz
2009-06-14 03:48 pm UTC (link)
"Und wie sind wir in so kurzer Zeit von Salz zu Philosophie gekommen?"

Magie, Interesse, und ein bisschen semantische Netzwerke. :)

Deine Ansicht hat was, aber wieder, fasst du alles was es da gibt als "Religion" zusammen. Ich finde, zum Beispiel, dafür, wie alt es ist, ist der Buddhismus eine sehr moderne Religion die mit der heutigen Zeit gut mithalten kann.
Sie ist nicht aggressiv, sie ist friedlebig, sie verachtet nicht alle anderen Religionen, sie schenkt Menschen Hoffnung die, selbst wenn sie falsch ist, erst nach dem Tod verloren geht, sie animiert jede/n sich sich selbst zu erweitern und zu beschäftigen, das Christentum sagt dauernd "Liebe deinen Nächsten" und verachtet diesen in Wahrheit.

Und die Praxis der Meditation, ob man mittels derer nun mit Gott Kontakt aufnimmt oder nicht, schenkt vielen Leuten Kraft, im allerschlimmsten, herunterreduziertesten Falle ist sie ein Moment der Stille wo man sich auf sich selbst fokussiert und oft auf Lösungen kommt oder nachher vitaler ist. Nichts denken ist gar nicht so einfach, und so sehr ich gerade schwärme, ich meditiere nicht und habs demnächst auch nicht vor.

Ich wollt dich nur darauf aufmerksam machen dass es sein kann das du, wenn du an Religion denkst, automatisch Assoziationen zu den 3 Weltreligionen triggerst die tatsächlich für sehr viel Leid und falsche Hoffnungen verantwortlich sind, aber erstens haben die alle in ihren Wurzeln einen guten Willen der dann durch Oberhäupter korrumpiert wurde und zweitens gibt es einige Religionen die sich problemlos in die heutige Welt integrieren und Menschen helfen.

Letztendlich ist Religion das was jeder draus macht, nicht wahr... nur hat das, was Oberhäupter draus machen leider weitgreifende Auswirkungen.

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